22 DOs und DON’Ts auf den Seychellen – eine Anleitung für Urlauber

Du reist auf die Seychellen und warst schon mal dort? Umso besser, dann gehörst du schon zu den Kennern. Trotzdem richtet sich dieser Beitrag an jeden, auch an dich, und nicht nur an Urlauber, die das erste Mal auf die Seychellen reisen.

Dieser Beitrag liegt mir wirklich am Herzen. Über die letzten Jahre hatte ich immer wieder Kontakt zu den Einheimischen. Einige betreiben eine Unterkunft, andere bieten Touren an oder haben auf eine andere Art im Tourismus zu tun. Alle haben etwas gemeinsam, denn wenn ich sie nach diesem Thema frage, hat jeder etwas zu sagen. Ich weiß, die Einheimischen sind auch nicht immer ein Vorbild, aber das ist ein anderes Thema.

Dieser Beitrag soll ein Denkanstoß sein – mit 22 Dos and Don’ts für die Seychellen, eine Reiseknigge, eine Anleitung für vorbildliches Verhalten – kein Muss, aber ein Kann.

DOs and DON’Ts auf den Seychellen

#1 | Sei freundlich und respektvoll

Die Seychellois sind sehr herzliche, offene und hilfsbereite Menschen. Du solltest sie – wie jeden anderen Menschen auch – immer respektvoll behandeln. Jeder von uns sollte andere so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte. Und nur weil man im Urlaub ist, heißt das ja nicht, dass man sich völlig daneben benehmen kann.

#2 | Lasse nirgendwo Müll liegen

Einfach mal die Zigarette in den Sand schnipsen, die Kronenkorken ins Meer werfen oder die Kokosnuss mit Strohhalm am Strand liegen lassen. Das ist sehr bequem, aber das macht man einfach nicht. Wer Müll verursacht, sollte ihn auch ordnungsgemäß entsorgen. An den Stränden gibt es in der Regel Mülleimer und wenn mal keiner in der Nähe ist, dann befindet sich ganz sicher einer auf dem Rückweg.

#3 | Trenne keine Palmenblätter ab, um dir einen Schattenplatz zu bauen

Leider machen es bei diesem Thema die Einheimischen vor. An der Petite Anse auf La Digue (teilweise auch an der Grand Anse und vermutlich auch an anderen Stränden) bauen sie Schattenplätze aus Palmenblättern. Wer sich drunter legt, wird meist recht schnell abkassiert (etwa 150 Rupien, egal wie lange). So ein Palmenblatt vertrocknet aber auch irgendwann, wird braun und dann recht zügig gegen ein neues ausgetauscht – es soll ja schließlich auch fotogen aussehen. Pro Schattenplatz benötigen sie mindestens 5 Palmenblätter. An diesen Stränden, an denen es sowieso nur wenig Palmen gibt, sieht man leider auch schon die ersten Folgen: verstümmelte und abgestorbene Kokosnusspalmen. Dabei sind es doch die Palmen, die jeden Strand in ein Postkartenmotiv verwandeln. Wusstest du, dass eine Palme pro Jahr nur 10 bis 15 neue Blätter bekommt?

Diese Schattenspender aus Palmenblätter sind illegal und die Polizei versucht da auf La Digue immer wieder gegen anzugehen. Leider nur mit mäßigen Erfolg. Oft werden sie am nächsten Tag jedoch einfach wieder aufgebaut. So läuft das hier nun mal. Es ist schließlich eine einfache Methode, um schnell an Geld zu kommen. Mittlerweile sieht man auch immer mal wieder Urlauber, die das nachmachen oder sich ein paar Palmenblätter für ein privates Fotoshooting abtrennen.

#4 | Berühre keine Meereslebewesen

Ein Selfie mit einer Meeresschildkröte klingt für viele verlockend, ist jedoch ein absolutes No-Go. Du solltest die Tiere niemals festhalten, an die Wasseroberfläche ziehen oder gar aus dem Wasser heben. Leider gibt es immer noch ein paar lokale Bootsanbieter, die denken, sie würden Urlaubern genau damit einen Gefallen tun. Falls du so etwas beobachtest, weise sie einfach freundlich darauf hin. Je mehr das tun, desto eher bekommen sie dafür ein Bewusstsein. Im schlimmsten Fall könntest du diese Bootsanbieter auch melden.

#5 | Nimm keine Muscheln und Korallen mit

Viele Leser fragen mich vor Ort oder per Nachricht nach diesem Thema. Bei ein paar wenigen Muscheln wird sicherlich ein Auge zugedrückt, bei Korallen ist das schon etwas grenzwertiger. Korallen sind artengeschützt und die Ausfuhr kann dich in Schwierigkeiten bringen.

Bei der Mitnahme von artengeschützten Tieren, Pflanzen oder daraus hergestellten Gegenständen droht nicht nur die Beschlagnahme, sondern auch die Verhängung einer Geldstrafe, darunter fallen Korallen, Muschel- und Schneckenschalen. Deutscher Zoll

Für jede Art von Flora, die als Souvenir mitgenommen wird, muß ein Zertifikat sowie eine offizielle Ausfuhrgenehmigung beim Check-In am internationalen Flughafen vorgelegt werden. Seychelles Tourism Board

Aber nicht nur deswegen sollte man es sein lassen, sondern vor allem, weil man damit erheblich in die Natur eingreift. Abgebrochene Korallenstücke, die beispielsweise durch unvorsichtige Schnorchler abgetreten wurden, leben oft noch. Laut diverser Organisationen können diese abgebrochenen Teile wieder wachsen (s. nächster Punkt). Gehäusemuscheln wiederum sind das Zuhause der Einsiedlerkrebse (hermit crabs), die regelmäßig an Stränden ein neues Gehäuse suchen, wenn das alte zu klein ist. Was passiert, wenn jeder der 350 000 Urlauber jährlich ein paar Muscheln mit nach Hause nimmt? Genau. Daher bin ich der Meinung: Muscheln sollten auf den Seychellen bleiben, und Korallen sowieso.

Übrigens: Auf keinen Fall solltest du Muscheln, auch wenn sie noch so schön aussehen, in Geschäften kaufen. Diese werden meistens lebend aus dem Meer gefischt, um sie anschließend im Souvenirgeschäft zu verkaufen.

Einsiedlerkrebse suchen regelmäßig nach einem neuen Gehäuse, wenn das alte zu klein geworden ist.

#6 | Sei vorsichtig beim Schnorcheln

Die Riffe mussten durch verschiedene Landgewinnungsmaßnahmen, den El Niño (1998), den Tsunami (2004), diverse Korallenbleichen (zuletzt 2016) aber auch illegale Fischerei, Schiffsanker, klimatische Veränderungen und unvorsichtige Touristen in den letzten Jahren sehr leiden. Es gibt einige Organisationen, die sehr erfolgreich Riffrettungsprojeke betreiben, wie Wise Ocean, eine NGO, die ihren Sitz am Four Seasons Resort auf Mahé an der Petite Anse hat. Dort kann man sogar als Urlauber eine Koralle sponsern. Dafür werden durch Schwimmflossen abgetretene oder einfach abgebrochene Korallenstücke an eine Metallstange gepflanzt. Dort wachsen sie dann so lange, bis sie an das Riff ausgesetzt werden können.

Korallen sind sehr empfindlich. Auch wenn du viele Stellen mit toten Korallentrümmern siehst, gibt es auch noch viele Stellen mit lebenden Korallen. Sei daher beim Schnorcheln besonders vorsichtig. Leider sieht man immer wieder Urlauber, die mit Schwimmflossen oder Wasserschuhen auf dem Riff laufen, sich beim Schnorcheln einfach mal hinstellen und dadurch Korallen abbrechen. Lass dich beim Schnorcheln einfach treiben, dabei musst du kaum Kraft aufwenden und stell dich nur hin, wenn du dich auf einer offenen, sandigen Fläche befindest.

#7 | Verzichte auf Strohhalme

Wofür benötigen wir Plastikstrohhalme? Um sie einmal für ein paar Minuten zu verwenden und dann zu entsorgen. Nehmen wir mal an, jeder Urlauber nutzt während seines Urlaubs täglich einen Strohhalm. Das macht bei einer 14-tägigen Reise 14 Strohhalme und bei über 350 000 Urlaubern pro Jahr sind das auf den Seychellen fast 5 Millionen (!) Strohhalme pro Jahr. Plastikmüll, der wirklich sinnlos ist. Wenn du nicht ganz auf einen Strohhalm verzichten möchtest, bringe dir einen aus Edelstahl oder einem recyclebaren Material mit. Ab in die Handtasche und schon leistest du deinen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit.

Nachhaltige Seychellen - strohhalme edelstahl
Diese Edelstahlstrohhalme werden sogar mit Tasche und Bürsten geliefert.

#8 | Gehe nicht im Bikini oder nur in Badeshorts ohne T-Shirt in den Supermarkt

Immer wieder sehe ich Urlauber, die im Bikini oder in Badeshorts und ohne T-Shirt in die Supermärkte gehen. Sie werden von den Sicherheitsleuten am Eingang jedes Mal angesprochen und darauf hingewiesen, sich bitte etwas über zu ziehen. Meistens sind die entsprechenden Personen dann sehr verärgert, machmal sogar böse, was ich nicht verstehe. In Deutschland geht man doch auch nicht im Bikini einkaufen, oder?

#9 | Vermeide FFK

In Deutschland ist das Baden oben ohne kein Problem. Auf den Seychellen ist es eigentlich verboten, das wissen jedoch nur die wenigsten. Du wirst also niemals einen Einheimischen oben ohne am Strand liegen sehen. Es ist sogar verpönt. Bei Touristen wird es zwar irgendwie geduldet, allerdings nur mit komischen Blicken. Wenn du also nicht von den Einheimischen und den Kindern komisch angeschaut oder eine Lachnummer sein möchtest, dann lass es lieber bleiben.

#10 | Kaufe keine Souvenirs „made in China“, sondern unterstütze die Einheimischen und ihre lokalen Produkte

Auf den Seychellen gibt es unglaublich viele lokale Künstler, die Souvenirs und viele selbstgemachte Produkte anbieten. In Supermärkten und auch in vielen Souvenirläden ist vieles leider importiert, manchmal wird einfach nur „Seychellen“ drauf geklebt oder genäht. Beim Kauf von Souvenirs solltest du daher auf die Herkunft achten oder sie in Geschäften lokaler Künstler kaufen, wie z.B. :

  • SENPA – Esplanade Craft Kiosks (Francis Rachel Rd, Mahé)
  • Jardin du Roi (Anse Royale, Mahé)
  • Camion Hall (Victoria, Mahé)
  • Duty Free (Internationaler Flughafen, Mahé)
  • Sir Selwyn Clarke Market (Mahé)
  • L’Union Estate / Anse Source d’Argent (La Digue)
  • Artisanal Kiosks (La Digue, links vom Anlegesteg kommend)

Wie wäre es alternativ mit Produkten aus der Natur, wie natives Kokosnussöl, Currypulver, Vanilletee oder Muskatnuss. Auch einige Marken produzieren Produkte auf den Inseln, wie z.B.:

#11 | Verhandele nicht mit einheimischen Guides

Du reist auf die Seychellen? Herzlichen Glückwunsch. Denn du gehörst zu dem Teil der Bevölkerung, die sich das leisten können. Denn auch wenn es mittlerweile bezahlbare Unterkünfte und Flüge gibt, zählen die Seychellen immer noch zu den exklusivsten Reisezielen der Welt. Und das ist auch gut so. Vor Ort wird dann jedoch oft versucht an jeder Ecke Geld einzusparen. Leider trifft es immer die letzten in der Kette. In diesem Fall sind es die Guides und Bootsanbieter, bei denen immer versucht wird, kräftig zu handeln. Es kommen dann Begründungen wie „Die Reise war so teuer und ich habe kein Geld mehr“ oder „Ich verdiene in Deutschland nicht viel oder „Ich habe eine 5-köpfige Familie zu ernähren“.

Aber mal ganz ehrlich, wer auf die Seychellen reist und sich keinen Guide leisten kann, sollte doch einfach keinen buchen. Es gibt doch schließlich auch viele kostenlose Dinge, die man unternehmen kann. Einige wollen sogar nur die Hälfte zahlen. Das wären dann 20 Euro für eine 6-stündige geführte Tour, bei der der Obststeller in einem Restaurant schon die Hälfte des Geldes ausmachen würde. Bei einer Airline oder einem Hotel kommt doch auch niemand auf die Idee nach einem Rabatt zu fragen. Daher finde ich: Akzeptiert die völlig akzeptablen Preise der einheimischen Guides und unterstützt sie lieber mit Buchung einer Tour.

#12 | Nimm leere Verpackungen wieder mit nach Hause

Als Urlauber bringt man unglaublich viele Verpackungen mit auf die Inseln, darunter Sonnencreme, Duschgel, Haarshampoo, Zahnpasta, Aprés Lotion und vieles mehr. Leider gibt es auf den Seychellen kein ausgereiftes Recycling. Der Großteil landet im Landesinneren der Inseln auf einer Deponie und verrottet dort einfach vor sich hin. Diese Deponien stoßen jetzt schon an ihre Grenzen. Warum also nicht einfach jede mitgebrachte Verpackung wieder mit nach Deutschland nehmen und dort entsorgen?

Es gibt übrigens auch Wege, Verpackungen zu reduzieren. Anstelle eines Duschgels könntest du auch einfach eine Duschseife mitnehmen. Der „Duschbrocken“ beispielsweise ist festes Shampoo und Duschgel in einem – der ideale Begleiter für deine Reise. Er wird in einer kleinen Metalldose geliefert, die immer wieder benutzt werden kann, und besteht aus rein natürlichen Inhaltsstoffen. 100% Bio. Damit würdest schon mal zwei Verpackungen bei der Reise sparen. Es gibt auch noch viele weitere Anbieter, so nutze ich aktuell auch Seifen von „Lush“ und lokale Kokosnussseifen. Letztere sind in diversen Souvenirshops erhältlich.

#13 | Gehe niemals alleine wandern

Du reist alleine oder dein Partner hat keine Lust auf wandern? Dann solltest du nicht alleine losgehen, sondern besser einen einheimischen Guide buchen. Immer wieder werden Personen als vermisst gemeldet, manchmal sogar Familien mit kleinen Kindern. Meistens werden sie mit Hilfe von Such- und Rettungsaktionen wiedergefunden, oft völlig dehydriert – diese Fälle werden auch nie öffentlich gemacht. Leider gibt es jedoch auch sehr traurige Fälle, bei denen die Verschwundenen nie wieder gefunden werden, wie erst 2018 auf La Digue oder auch 2017 auf Praslin. Auch wenn die Inseln recht klein sind, kann man sehr schnell die Orientierung verlieren. Die Wälder sind sehr dicht, teilweise gibt es tiefe Felsspalten. Auch sind die Felsen bei Regen sehr rutschig.

Das Fremdenverkehrsamt hat vor kurzen einen Wanderguide herausgebracht und 15 Wanderungen vorgestellt, die man auf eigene Faust unternehmen kann. Das sind z.B. Morne Blanc, Dans Gallas, Anse Major, Copolia Trail (alle Mahé), Anse Lazio/Anse Georgette (Praslin), Vallée de Mai (Praslin) und Nid d’Aigle (La Digue).

#14 | Beachte die Warnschilder an Stränden

Leider ertrinken auf den Seychellen immer wieder Menschen. Auf La Digue passiert es nahezu jährlich, meistens in der Zeit des Südostmonsuns (Mai bis Oktober), wenn die Wellen und Strömungen besonders stark sind. Auf La Digue betrifft das insbesondere die Grand Anse, Petite Anse und Anse Coco (außer die von Felsen eingerahmten Pools am Ende der Bucht) und auf Mahé sämtliche Südoststrände. An den entsprechenden Stränden sind Warnschilder aufgestellt, die unbedingt beachtet werden sollten. Wer trotzdem ins Meer geht, macht das auf eigene Gefahr und begibt sich in Lebensgefahr. Wer sich unsicher ist, sollte bei Ankunft in der Unterkunft nachfragen.

#15 | Pass auf deine Sachen auf

Obwohl die Seychellen eine im Verhältnis zu anderen Destinationen relativ niedrige Kriminalitätsrate haben, ist es ratsam, einige Dinge zu beachten. So solltest du keine großen Geldsummen, Wertgegenstände oder wichtige Dokumente (z.B. Reisepass) bei dir führen. Diese Dinge gehören auch nicht in den Rucksack am Strand oder in den Mietwagen.  In den Unterkünften gibt es Tresore, wo du all das einschließen kannst. Das gilt übrigens auch für nachts, wenn du die Fenster komplett auf lassen möchtest.

#16 | Zahl kein Vermögen für Kokosnüsse

Kannst du dir vorstellen, dass ein Urlauber letztens 500 Rupien für eine frische Kokosnuss bezahlt hat? Das sind 30 Euro. Es gibt leider immer noch Einheimische, die ahnungslose Urlauber über den Tisch ziehen. Für eine frische Kokosnuss solltest du etwa 50 Rupien, also 3 Euro bezahlen.

#17 | Seychellen Drohne fliegen

Drohnen sind für einige Urlauber und Einheimische mittlerweile ein Dorn im Auge. Ich habe in den letzten Monaten sogar beobachtet, wie Steine und Sand nach ihnen geschmissen wurden. Das passiert aber natürlich nicht ohne Grund, denn leider fliegen sie oft viel zu dicht über Menschen. Die Seychelles Civil Aviation Authority (SCAA) hat einige Regeln aufgestellt und diese findest du hier.

Im Nachfolgenden habe ich sie etwas zusammengefasst und offiziell gilt folgendes:

  1. Du darfst ohne Genehmigung durch SCAA nicht in einem Umkreis von 15 km eines Flughafens oder Flugplatzes fliegen (mit dieser Regelung darf auf dem Großteil von Mahé und komplett auf Praslin ohne offizieller Erlaubnis keine Drohne geflogen werden, s. Kreise in der Abbildung unten).
  2. Das gleiche gilt im Umkreis von 5 km an Flug- oder Landeplätzen , wie z.B. Helikopterlandeplätze, Landebahnen auf Inselresorts (z.B. auch der Helikopterlandeplatz am L’Union Estate auf La Digue, wodurch an der Anse Source d’Argent ebenfalls ohne Genehmigung keine Drohne geflogen werden darf).
  3. Auf deinem eigenen Privatgrundstück (fällt bei Urlaubern eher raus) darfst du fliegen, aber ohne Genehmigung auch nicht höher als 150 m.
Drohne fliegen Seychellen
In den eingekreisten Gebieten (im Umkreis von 15 von Flughäfen) darf ohne Genehmigung durch SCAA keine Drohne geflogen werden. © SCAA (Seychelles Civil Aviation Authority)

#18 | Biete Kindern kein Geld an

Es kann vorkommen, dass dich vor Ort Kinder nach Geld fragen. Eine Freundin hat das erst vor kurzem wieder erlebt. Anscheinend ist diese Vorgehensweise bis jetzt bei den Kleinen sehr erfolgreich. Als Urlauber meint man es ja nur gut und gibt dann halt mal ein paar Euros oder Rupien, wenn sie danach fragen, allerdings führt das dauerhaft zum Betteln und das ist kein schönes Bild. Ich habe auch schon kleine Kinder gesehen, wie sie Pfandflaschen sammeln, auch in Mülleimern haben sie gekramt, dabei weiß ich, dass sie keinesfalls ärmlich leben. Vermutlich wollen sie sich einfach nur Eis oder Süßen kaufen, trotzdem sollte man da etwas aufpassen.

#19 | Fotografiere keine Beerdigungen

Die Friedhöfe der Seychellen sind bunt und ganz anders als wir es aus Deutschland kennen. Jedes Grab ist mit bunten Blumen geschmückt. Dennoch sollte das kein Grund sein, um bei einer Beerdigung in Bikini und Badeshorts am Friedhof zu stehen und Fotos oder Videos zu machen. In den Augen der Seychellois ist das sehr respektlos und das ist auch verständlich. Man sollte das respektieren und keine Beerdigungen fotografieren. Ich kenne Einheimische auf La Digue, die würden noch nicht mal in einer Badeshorts auf dem Fahrrad an einer Beerdigung vorbei fahren, sondern einen Umweg fahren – einfach aus Respekt.

#20 | Respektiere die Privatsphäre der Einheimischen

Der Tourismus hat sich in den letzten sechs Jahren auf den Seychellen verdoppelt. Das muss man sich erst mal vorstellen. Auch wenn die Einheimischen großteils vom Tourismus leben, ist diese ständige Leben unter Beobachtung manchmal gar nicht so einfach. Daher sollte man ihre Privatsphäre respektieren, auch wenn keine Hecken oder Zäune am Grundstück sind, solltest du dort nicht einfach stehen und heimlich fotografieren. Auch nicht von weitem mit einem Telezoomobjektiv.

Apropos Fotos, wer Einheimische fotografieren möchte, sollte sie vorher danach fragen. Das gehört sich einfach so, finde ich. In Deutschland würde man doch auch nicht wollen, dass man einfach so von Fremden fotografiert wird.

#21 | Frag um Erlaubnis bevor du auf einem Privatgrundstück Obst oder Pflanzen pflückst

Ganz egal, ob es das Grundstück deiner Unterkunft oder eines Einheimischen ist, wer Obst oder sonstige Pflanzen pflücken möchte, sollte kurz danach fragen. Sehr wahrscheinlich werden sie ja sagen, aber das gehört sich einfach so.

#22 | Unterstütze eine Organisation

Du möchtest den Seychellen etwas Gutes tun oder vielleicht etwas zurück geben, dann spende einer NGO. Jeder Euro zählt. Es handelt sich dabei um Nichtregierungsorganisationen, die keine Unterstützung von der Regierung erhalten. Von denen gibt es auf den Seychellen einige, die diverse Natur-, Tierschutz- und Umweltthemen unterstützen. Bei allen sind Spenden immer willkommen. Aktuell möchte ich dir gerne diese hier ans Herz legen:

Myriam und ihre Pet Haven Society Seychelles kümmern sich ganz wunderoll um streunende Hunde und Katzen. Sie nimmt sie auf, pflegt sie und vermittelt sie anschließend innerhalb der Seychellen oder auch nach Deutschland. Fast täglich erhält sie Anrufe von Urlauben und Einheimische, die beispielsweise Hundewelpen oder Kätzchen in Mülleimern finden. Wenn du ein paar Euros übrig hast, dann unterstütze. Mehr Infos erfährst du auf ihrer Facebook-Seite.

Pet Haven Society Seychelles
Myriam bei der Übergabe von Welpen, die Urlauber gefunden haben – © Pet Haven Society Seychelles

Die Seychelles Welfare Society kümmert sich ebenfalls um Tiere. Sie wurde von Ella 2014 gegründet mit dem Ziel, den Tierschutz auf den Inseln durch verschiedene Maßnahmen zu fördern und zu vertreten. So verwalten sie beispielsweise ein Tierheim, klären die Öffentlichkeit auf, kämpfen für Tierschutzgesetze, führen Sterilisationskampagnen durch – wie erst im Juli 2018 eine Woche lang auf La Digue – und vieles mehr. Für Spendenanfragen nutze einfach das Kontaktformular.

Ansonsten natürlich auch:

Warst du schon mal auf den Seychellen? Welche sind deine Dos und Don’ts? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

__

Transparenz: Dieser Artikel enthält Empfehlungslinks. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst oder buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis natürlich nicht – aber du unterstützt damit diesen Blog. 

Total
1
Shares

8 Kommentare

  1. Hallo Simone,

    klasse ! Das sollte jeder Tourist bei Einreise zum Lesen bekommen!

    Ein Don‘t habe ich noch: keine Kinder auf die Riesenschildkröten setzen!!! Das hat sich auch noch nicht herumgesprochen, dass das sehr schmerzhaft für die Schildkröten ist. Danke!

    Lieben Gruß
    Ulrike

    1. Hallo Ulrike,
      danke für deinen Input. Das Thema ist hier auf den Seychellen auch schon so oft aufgekommen. Ich ergänze es gerne noch. Die Riesenschildkröten können dadurch in Luftnot geraten, weil ihre Lunge unter dem Panzer ist. Das hat mir mal Robby, der Naturschutzbeauftragte auf Bird Island gesagt. Er war dort viiiiele Jahre für die Tierwelt verantwortlich, ein echter Guru!

      LG Simone

  2. Liebe Simone, danke für diese wunderbar wichtigen Hinweise. Viele gelten nicht nur auf den Seychellen. Als Tourist*innen kommen wir immer mit einer gewissen Verantwortung im Gepäck in ein neues Land. Danke fürs Bewusstmachen!

    1. Hi Laura,
      da hast du recht. Da ich aber bei den Seychellen auch eine Verantwortung habe, eben weil ich so viele Urlauber hier erreiche, habe ich den Beitrag nur auf dieses Reiseziel ausgerichtet. Danke Dir! LG

  3. Hallo liebe Simone,
    vielen Dank für diesen wirklich wichtigen Artikel! Ich kann auch immer wieder nur den Kopf schütteln, wie sich manche Touristen benehmen. Frei nach dem Motto: Hier wohne ich nicht, hier kennt mich keiner, da lasse ich die Sau raus. Warum will man das?

    Solche Artikel wie deine sollten für alle Touristen Pflichtlektüre werden!

    Liebe Grüße
    Magdalena

    1. Hi Magdalena,
      sehr gerne, danke für deinen Kommentar. :)
      Ich weiß nicht wieso man das will. Es betrifft auch nicht jeden, aber manchmal kann man nur den Kopf schütteln. Es war längst Zeit für diesen Artikel, der schon lange in meinem Kopf schlummerte. Wenn sich nur ein Bruchteil an diese Regelungen hält, wäre alles schon etwas besser.

      Liebste Grüße,
      Simone

  4. Hallo liebe Simone,

    Vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag! Wir gehören zu den Glücklichen, die dieses Jahr auf die Seychellen reisen und wir freuen uns unendlich darauf.
    Ich hätte noch eine Frage bezüglich des FKK Badens.
    Ich hatte nie vor mich da nackig an den Strand zu legen. Aber wir reisen mit unserem kleinen Sohn und er läuft gerne nackig herum. Ist das nackig baden am Strand bei kleinen Kindern auch verpönt auf den Seychellen? Ich möchte dort keinesfalls die Einheimischen verärgern.

    Liebe Grüße,

    Lena

    1. Hi Lena,
      also bei einem Kleinkind würde ich mich nicht so viele Gedanken machen, die laufen hier öfter nackig rum, aber auch nur die Urlauber. Einheimische würden ihre Kinder niemals nackig am Strand herumlaufen lassen, das gehört sich für die einfach nicht.

      Liebe Grüße,
      Simone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*