Stell dir vor, du fährst im September von der Fähre in Olbia, und während die Sommerurlauber langsam ihre Koffer packen, fängt dein Abenteuer gerade erst an. Insgesamt 2,5 Monate lang war ich auf einer intensiven Sardinien Rundreise mit dem eigenen Auto erkundet – von den Granitfelsen der Gallura über die wilden Wanderpfade im Supramonte bis hin zum tiefentspannten Leben als „Local” in Cagliari.
Dabei haben wir bekannte Highlights und einsame Regionen entdeckt, jede Küste befahren und in authentischen Agriturismi übernachtet. 4.000 Kilometer später weiß ich: Sardinien in der Nebensaison ist eine ganz andere Welt.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Sardinien Rundreise – inkl. Etappen, Route, Highlights und persönlicher Tipps. Egal, ob du zwei Wochen oder zwei Monate planst – hier findest du die Inspiration für deinen eigenen Roadtrip.
Inhalt
- Kurzinfos auf einen Blick
- Sardinien im Überblick: Was dich erwartet
- Planung & Anreise: Mit dem eigenen Auto nach Sardinien
- GPS-Tracking: Die Route im Überblick
- Die Etappen unseres Sardinien-Roadtrips (Übersicht)
- Etappe 1: Ankommen & Nordosten Sardiniens – Olbia, Costa Smeralda & La Maddalena
- Etappe 2: Der Norden & Nordwesten – Castelsardo, Porto Torres & Alghero
- Etappe 3: Die wilde Westküste – Bosa, Oristano & Sinis-Halbinsel
- Etappe 4: Der Osten – Wilde Berge und das Outdoor-Mekka (20 Nächte)
- Etappe 5: Der wilde Südwesten – Iglesias & Sant’Antioco
- Etappe 6: Das Herz Sardiniens – Wildpferde & UNESCO-Welterbe
- Etappe 7: Cagliari – Ein Monat als „Local” im Süden
- Praktisches: Unterkünfte & Kosten
- Mein Fazit zur Sardinien Rundreise: Es lohnt sich!
Kurzinfos auf einen Blick
- Start/Ende: Olbia
- Reisedauer: 2,5 Monate
- Anreise: Fähre Moby Lines (ab/bis Livorno)
- Fortbewegung: eigenes Auto
- Reisezeit: September bis November (Nebensaison)
- Übernachtung: Mix aus B&B, Agriturismi und Apartments
- Gefahrene Kilometer: 4.000 km


Sardinien im Überblick: Was dich erwartet
Sardinien ist eine der größten Inseln Europas. Sie ist rund 270 Kilometer lang, etwa 135 Kilometer breit und verfügt über eine fast 2.000 Kilometer lange Küste. Nach Sizilien ist sie damit die zweitgrößte Insel Italiens und des gesamten Mittelmeers.
Wer hier unterwegs ist, merkt schnell: Die Entfernungen wirken oft kürzer, als sie tatsächlich sind. Durch kurvige Straßen, bergige Landschaften und kleine Küstenstraßen dauern viele Strecken länger als gedacht. Plane deshalb lieber etwas mehr Zeit ein.
Was Sardinien für mich besonders macht:
- Karibisches Flair: Puderzuckerweiße Strände und Wasser in allen Blau- und Grüntönen – von Smaragdgrün bis Azurblau. Die Wasserqualität ist außergewöhnlich.
- Kontraste: Während die Küsten mit türkisblauem Wasser und hellen Sandstränden begeistern, zeigt sich im Inselinneren ein ganz anderes Sardinien mit Bergdörfern, Hirtenkultur und viel Ursprünglichkeit.
- Die Magie der Nebensaison: Im September und Oktober wird es deutlich ruhiger. Die Strände leeren sich und vieles ist entspannter.
- Wind & Wetter: Der Mistral ist auf Sardinien ein ständiger Begleiter und kann das Meer innerhalb weniger Stunden stark verändern.
- Kultur: Sardinien hat eine eigene Identität, die man in der Sprache, der traditionellen Küche und den prähistorischen Nuraghen-Bauten spürt.
Planung & Anreise: Mit dem eigenen Auto nach Sardinien
Eigentlich war die Reise nur für zwei bis drei Wochen geplant. Doch Sardinien hatte andere Pläne mit uns – aus den drei Wochen wurden 2,5 Monate.
Das eigene Auto war für mich die logische Wahl. So konnte ich flexibel reisen, hatte genügend Platz für Gepäck und natürlich auch für meinen Hund Lion, der mich auf der Reise natürlich begleitet hat. Wenn ich im Text von „wir“ spreche, dann meine ich übrigens Lion und mich.
Die Fähre: Von Livorno nach Olbia mit Moby Lines
Die klassische Anreise nach Sardinien erfolgt über die Häfen von Genua oder Livorno. Ich habe mich für die Überfahrt von Livorno nach Olbia mit Moby Lines entschieden.
- Tag- vs. Nachtfahrt: Ich empfehle die Nachtfähre mit Kabine. Man spart eine Hotelübernachtung und wacht morgens direkt vor der Küste von Olbia auf – für mich der schönste Start in den Roadtrip.
- Buchung & Preise: In der Nebensaison (September/Oktober) sind die Preise deutlich günstiger als im Sommer. Gebucht habe ich hier: Ferrycenter.
- Check-in: Plane etwa 90 bis 120 Minuten Zeit vor der Abfahrt ein. Das Boarding ist gut organisiert und unkompliziert.
Sardinien Roadtrip mit eigenem Auto – warum das eigene Auto die beste Wahl war
Für meine Sardinien Rundreise war das eigene Auto die beste Wahl. Viele der schönsten Orte liegen abseits der großen Straßen: versteckte Buchten, kleine Bergdörfer im Inselinneren oder abgelegene Agriturismi mitten in der Natur. Mit dem Auto konnte ich jederzeit spontan anhalten, eine Aussicht genießen oder einfach dort bleiben, wo es sich gerade richtig angefühlt hat.
Ich spontan entscheiden, wohin es als Nächstes geht, wo ich länger bleibe und welche Orte ich entdecken möchte. Gerade abseits der bekannten Highlights habe ich so einige meiner Lieblingsorte auf Sardinien gefunden.


GPS-Tracking: Die Route im Überblick
Ich habe unsere gesamte Sardinien Rundreise über die 2,5 Monate per App automatisch mitgetrackt. Die Karte zeigt mein GPS-Protokoll der kompletten Reise – inklusive aller Orte, an denen wir übernachtet haben (graue Punkte).

Die Etappen unseres Sardinien-Roadtrips (Übersicht)
Um die 4.000 Kilometer unserer 2,5-monatigen Reise für dich planbar zu machen, habe ich meine Route in Etappen unterteilt. Da wir einige Regionen zweimal besucht haben, habe ich sie hier geografisch gebündelt:
1. Etappe: Der Nordosten – Costa Smeralda, La Maddalena & Santa Teresa Gallura (9 Nächte)
- Olbia (1 Nacht): Ankommen und die Altstadt entdecken.
- Costa Smeralda (3 Nächte): Traumstrände, Arzachena und Hinterland-Idylle.
- La Maddalena (3 Nächte): Insel-Hopping im türkisfarbenen Archipel.
- Santa Teresa Gallura (2 Nächte): Capo Testa und der Blick nach Korsika.
2. Etappe: Der Norden & Nordwesten – Castelsardo, Porto Torres & Alghero (11 Nächte)
- Porto Torres (2 Nächte): Praktische Basis für die Stintino-Halbinsel.
- Alghero (7 Nächte): Eine Woche in der katalanisch geprägten Festungsstadt.
3. Etappe: Die Westküste – Bosa, Oristano & Sinis-Halbinsel (4 Nächte)
- Bosa (2 Nächte): Die buntesten Häuserfassaden Sardiniens am Fluss Temo.
- Oristano (2 Nächte): Quarzsandstrände und die antiken Ruinen von Tharros.
4. Etappe: Das Outdoor-Mekka im Osten – Dorgali, Baunei & der Golfo di Orosei (20 Nächte)
- Dorgali & Cala Gonone (11 Nächte): Wandern im Supramonte, Bootstour und versteckte Buchten.
- Baunei & Santa Maria Navarrese (9 Nächte): Bergdorf-Idyll und spektakuläre Steilküsten.
5. Etappe: Der wilde Südwesten – Sant’Antioco & Bergbaugeschichte in Iglesias (5 Nächte)
- Sant’Antioco & Iglesias (5 Nächte): Insel-Hopping und die faszinierende Bergbau-Vergangenheit.
6. Etappe: Das archaische Herz – Wildpferde & Su Nuraxi in Barumini (UNESCO Welterbe)
- Zeppara / Inselinneres (2 Nächte): Die Wildpferde der Giara di Gesturi und Su Nuraxi in Barumini.
7. Etappe: Cagliari – Ein Monat Slow Living & Hauptstadtliebe (34 Nächte)
- Cagliari (4 Nächte + am Ende 1 Monat): Tiefes Eintauchen in Kultur, Alltag, Märkte und den Poetto-Strand.
Etappe 1: Ankommen & Nordosten Sardiniens – Olbia, Costa Smeralda & La Maddalena
Unsere Sardinien Rundreise startete in Olbia. Von dort aus führte uns die Route weiter nach Norden – gerade im September ist dieser Roadtrip ein echtes Highlight.
Nach der nächtlichen Überfahrt kamen wir morgens um 7 Uhr mit der Fähre in Olbia an. Die Stadt ist überschaubar und damit perfekt, um in Ruhe anzukommen. Statt direkt weiterzufahren, sind wir eine Nacht geblieben und haben wir uns Zeit genommen, durch die Altstadt zu bummeln und langsam in unsere Sardinien Rundreise zu starten.
Am nächsten Tag ging es in Richtung Costa Smeralda. Wir haben für 3 Nächte im bergigen Hinterland übernachtet, um etwas abseits des Trubels zu sein. Die Lage war herrlich ruhig und die Wege zu den Stränden dennoch kurz. Die Costa Smeralda ist landschaftlich wirklich beeindruckend mit ihrem türkisfarbenen Wasser und den markanten Granitfelsen, gehört jedoch auch zu den teuersten Ecken Sardiniens. Neben den Stränden lohnen sich Abstecher in das Künstlerdorf San Pantaleo und nach Arzachena.
Von Palau aus setzten wir dann für 3 Nächte mit der Fähre nach nach La Maddalena über. Obwohl die Überfahrt nur 20 Minuten dauert, fühlt man sich sofort in einer anderen Welt, da das Archipel deutlich ruhiger wirkt als das Festland. Besonders die Altstadt von La Maddalena und die Nachbarinsel Caprera haben es mir angetan – wobei letztere mit ihren Wanderwegen und versteckten Buchten ein Paradies für alle ist, die gerne wandern.
Danach ging es zurück auf die Hauptinsel und entlang der Küste nach Santa Teresa Gallura. Dort verbrachten wir 2 Nächte. Der kleine Küstenort liegt an der nördlichsten Spitze Sardiniens, bei klarer Sicht kann man sogar Korsika sehen. Besonders das Capo Testa mit seiner bizarren Granitlandschaft ist hier ein absolutes Muss!
Route dieser Etappe:
Olbia (1 Nacht) – Costa Smeralda (3 Nächte) – La Maddalena (3 Nächte) – Santa Teresa Gallura (2 Nächte)








Etappe 2: Der Norden & Nordwesten – Castelsardo, Porto Torres & Alghero
Entlang der Nordküste setzten wir unsere Reise fort. Dieser Abschnitt ist unglaublich fotogen: Überall finden sich kleine Buchten und wilde Strände. Ein absolutes Muss auf dem Weg ist Castelsardo. Der Ort liegt auf einem Felssporn und die mittelalterliche Altstadt zieht sich bis zur Burg hinauf. Ein paar Stunden reichen aus, um den Ort zu Fuß zu erkunden. Besonders am späten Nachmittag bietet sich von oben ein toller Blick über das Meer.
Unser nächster Stopp war Porto Torres, wo wir für 2 Nächte blieben. Der Ort selbst hat wenig touristische Highlights, dient aber als gute Basis für die Umgebung. Von hier aus lässt sich die Stintino-Halbinsel mit berühmten Strand Spiaggia La Pelosa gut erreichen. Mein Eindruck: Der Strand ist optisch beeindruckend, aber selbst in der Nebensaison sehr voll.
Der Mittelpunkt dieser Etappe war Alghero, wo wir 7 Nächte im Hinterland verbracht haben. Die katalanisch geprägte Stadt liegt auf einem Felsvorsprung an der Nordwestküste Sardiniens. Noch heute – rund 300 Jahre nach der spanischen Herrschaft – wird Alghero oft „Klein-Barcelona“ genannt. Der katalanische Einfluss ist in der Architektur, den Straßennamen und besonders in der historischen Altstadt von Alghero bis heute deutlich spürbar.
Alghero ist darüber hinaus ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zum Capo Caccia oder zur Neptungrotte. Für uns bedeutete Alghero durch die Lage an der Westküste: das erste Mal auf Sardinien einen echten Sonnenuntergang im Meer zu sehen. Vor allem abends ist die Stimmung in der Altstadt magisch. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer bei Sonnenuntergang ist definitiv ein Muss. Plane in Alghero unbedingt ein paar Tage ein.
Route dieser Etappe: Castelsardo (Tagesstopp) – Porto Torres (2 Nächte) – Alghero (7 Nächte)






Etappe 3: Die wilde Westküste – Bosa, Oristano & Sinis-Halbinsel
Unser Roadtrip führte uns von Alghero weiter südlich an die Westküste. Allein die Küstenstraße nach Bosa ist ein Highlight für sich: Eine Panoramastrecke, die sich hoch über dem Meer an den Klippen entlang windet und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die raue Westküste freigibt.
Mit seinen bunten Häuserzeilen entlang des Flusses Temo gehört Bosa für mich zu den fotogensten Orten der Insel. Wir haben hier 2 Nächte verbracht, was ideal ist, um die steilen Gassen der Altstadt und die hochgelegene Burg Castello Malaspina zu Fuß zu erkunden. Besonders zum Sonnenuntergang zeigt sich der Ort von seiner schönsten Seite.
Anschließend führte uns die Route weiter nach Oristano, wo wir ebenfalls für zwei Nächte blieben. Die Stadt ist eine ideale Basis, um die Sinis-Halbinsel und die antike Stadt Tharros zu erkunden. Ein Highlight dieser Region sind die „Reiskornstrände“ wie Is Arutas. Der Sand besteht hier tatsächlich aus winzigen, vom Meer rund geschliffenen Quarzkörnern, die wie Reiskörner aussehen und in der Sonne hell leuchten.
Route dieser Etappe: Bosa (2 Nächte) – Oristano (2 Nächte)




Etappe 4: Der Osten – Wilde Berge und das Outdoor-Mekka (20 Nächte)
Der Wechsel von der West- an die Ostküste führt quer durch das Landesinnere und zeigt ein völlig anderes Gesicht der Insel. Auf der Strecke von Oristano Richtung Osten zeigt sich der deutliche Landschaftswechsel: weg von der flachen Küstenlandschaft, hinein ins bergige Herz Sardiniens. Wir waren insgesamt 20 Nächte an der Ostküste.
Dorgali & Cala Gonone
Dorgali ist ein idealer Ausgangspunkt für alle, die das „Outdoor-Mekka“ der Insel erleben möchten. Die Kombination aus den Kalksteingipfeln des Supramonte (bis 1.463 m) und dem nahen Meer macht für mich den besonderen Reiz dieser Region aus. Von hier aus haben wir die Gorropu-Schlucht (Gola di Gorropu) besucht – eine der tiefsten Schluchten Europas – und versteckte Buchten und Höhlen entdeckt, die oft nur per Boot oder über anspruchsvolle Pfade zugänglich sind.
Von Cala Gonone starten die Bootstouren in den Golfo di Orosei, bei denen du einige der spektakulärsten Strände Sardiniens erreichst, darunter Cala Luna, Cala Mariolu oder Cala Goloritzé. Wenn du gerne wanderst, abgelegene Strände suchst oder aktiv unterwegs bist, bist du hier genau richtig. Im Hinterland lohnt sich außerdem ein Abstecher nach Orgosolo, bekannt für seine Murales, sowie nach Nuoro, das als Tor zur Barbagia gilt.
Baunei & Santa Maria Navarrese
Etwas südlich, in der Region Ogliastra, wird die Landschaft noch einmal besonders spektakulär. Baunei liegt hoch am Hang und gilt für viele als Inbegriff eines sardischen Bergdorfs. Wir haben hier – zusammen mit dem tiefer gelegenen Santa Maria Navarrese – insgesamt 9 Nächte verbracht.
Baunei ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen in der Region, vor allem zur berühmten Cala Goloritzé, einem der bekanntesten Strände Sardiniens. Gleichzeitig eröffnen sich vom Dorf weite Ausblicke über das Tal bis hinunter zum Meer. Santa Maria Navarrese, direkt an der Küste gelegen, bildet dazu den entspannten Gegenpol – perfekt, um nach aktiven Tagen in den Bergen zur Ruhe zu kommen.
Route dieser Etappe: Dorgali & Cala Gonone (11 Nächte) – Baunei & Santa Maria Navarrese (9 Nächte)





Etappe 5: Der wilde Südwesten – Iglesias & Sant’Antioco
Der Südwesten Sardiniens ist deutlich rauer und ursprünglicher als viele der bekannteren Küstenregionen der Insel. Statt langer Sandstrände prägen hier schroffe Klippen, kleine Buchten und die Spuren der alten Bergbaugeschichte die Landschaft.
Unsere Basis für diesen Abschnitt war zunächst die Insel Sant’Antioco, die über einen Damm mit dem Auto erreichbar ist. Mit ihrer wilden Felsküste und den kleinen Buchten wirkt sie fast wie eine eigene Welt. Anschließend verbrachten wir 3 Nächte in Iglesias, einer historischen Bergbaustadt im Südwesten Sardiniens. Besonders schön ist die Altstadt von Iglesias mit ihren kleinen Gassen und Plätzen.
Ein weiteres Highlight liegt an der Küste rund um Masua: der markante Kalksteinfelsen Pan di Zucchero und die Bergbauruinen gehören zu den besonderen Orten dieser Region.
Route dieser Etappe: Iglesias (3 Nächte) – Sant’Antioco (2 Nächte)




Etappe 6: Das Herz Sardiniens – Wildpferde & UNESCO-Welterbe
Von der Westküste aus führt der Weg nicht immer direkt am Meer entlang. Ein Abstecher ins Inselinnere nach Zeppara zeigte uns ein völlig anderes Sardinien: ländlich, still und ursprünglich. Hier blieben wir 2 Nächte.
Ein absolutes Muss in dieser Region ist der Besuch der Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini. Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe und ist die am besten erhaltene Groß-Nuraghe der Insel. Diese prähistorischen Steintürme stammen aus der Bronzezeit und sind einzigartig für Sardinien. Es gibt übrigens über 7.000 Nuraghen auf der ganzen Insel vertreut – spannend, oder?
Zwei Erlebnisse haben mich hier besonders beeindruckt:
- Die Hochebene der Wildpferde: Auf der Giara di Gesturi, einem markanten Basalt-Hochplateau, leben die letzten Wildpferde Europas. Es ist ein besonderer Moment, die kleinen, robusten Tiere in dieser rauen, fast unberührten Natur zu beobachten.
- UNESCO-Welterbe Su Nuraxi: Nur ein kurzes Stück entfernt liegt die Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini. Diese prähistorischen Steintürme aus der Bronzezeit sind einzigartig für Sardinien. Über 7.000 gibt es davon auf der Insel, doch Su Nuraxi ist die am besten erhaltene Groß-Anlage.
Route dieser Etappe: Zeppara (2 Nächte)

Etappe 7: Cagliari – Ein Monat als „Local” im Süden
Cagliari war für uns schließlich der Ort, an dem aus der Rundreise ein Ankommen wurde. Die Hauptstadt Sardiniens war für mich weit mehr als nur ein kurzer Stopp. Nachdem wir die Stadt zunächst für 4 Nächte erkundet hatten (nachdem wir an der Ostküste waren), entschied ich mich am Ende unserer Reise, für einen vollen Monat zurückzukehren. Ich wollte einen Ort für Routine, Zeit zum Arbeiten und um die vielen Eindrücke der Reise zu verarbeiten.
Cagliari zeichnet sich vor allem durch eine sehr entspannte Mischung aus Stadt, Geschichte, Kultur und Natur aus. Anders als viele italienische Städte wirkt die Stadt weniger hektisch und gleichzeitig sehr authentisch. Das solltest du nicht verpassen:
- Altstadt mit Aussicht: Das Viertel Castello mit seinen engen Gassen und Blicken über Hafen und Meer prägt das historische Gesicht der Stadt.
- Stadtstrand Poetto: Der fast 10 km lange Stadtstrand ist im Oktober und November ein absoluter Rückzugsort. Die Liegestühle sind abgebaut und man teilt sich den Sand nur noch mit wenigen Einheimischen.
- Flamingos und Natur: In den Salinen und im Naturpark Molentargius leben Flamingos – Natur mitten in der Stadt.
- Ausflüge in die Umgebung: Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt die antike Stadt Nora, eine der ältesten Städte Sardiniens, deren Ruinen direkt am Meer liegen, sowie die Küstenorte Pula und Chia.
Durch den langen Aufenthalt fühlte ich mich hier nicht mehr nur als Reisende, sondern fast schon wie eine Bewohnerin. Cagliari ist für mich keine Stadt für einen schnellen Stopp, sondern ein Ort, dem man bewusst ein wenig Zeit schenken sollte.
Aufenthalt: Insgesamt 32 Nächte in Cagliari






Praktisches: Unterkünfte & Kosten
Tipps zu Buchung & Reisebudget
Sardinien in der Nebensaison ist nicht nur entspannter, sondern auch günstiger. Hier sind meine persönlichen Erfahrungen aus 2,5 Monaten:
- Preise: Für unsere Unterkünfte habe ich im Schnitt zwischen 28 € und 99 € pro Nacht bezahlt. Dass wir auch am unteren Ende dieser Spanne gelandet sind, lag vor allem an der Reisezeit und längeren Aufenthalten.
- Flexibilität: Da wir außerhalb der Hauptsaison unterwegs waren, habe ich sehr spontan (meist nur 1-2 Tage im Voraus oder am gleichen Tag) gebucht. Das hat uns die Freiheit gegeben, dort länger zu bleiben, wo es uns am besten gefiel. Ich hatte bei Anreise nur die ersten 4 Nächte gebucht, alles andere hat sich vor Ort ergeben. Go with the flow!
- Reisen mit Hund: Sardinien hat sich als sehr hundefreundlich erwiesen. In fast allen Unterkünften war Lion nach kurzer Absprache willkommen. Ein großer Vorteil der Nebensaison: Die Strände sind deutlich entspannter und zugänglicher für Hundebesitzer.
- Langzeitmiete: Für den Monat in Cagliari habe ich vorab eine monatliche Miete vereinbart. Viele Vermieter bieten in der Nebensaison tolle Konditionen für Langzeitgäste an – daher lohnt es sich, hier gezielt nachzufragen.
Unsere Unterkünfte im Überblick
Wir haben in vielen tollen Unterkünften übernachtet: von kleinen B&Bs und Guesthouses über Agriturismi bis hin zu Apartments.
Während der 2,5 Monate auf der Sardinien haben wir in 16 verschiedenen Unterkünften übernachtet. Ein Highlight war die Casa Stones im Hinterland bei Olbia – das Frühstück dort ist legendär, die Lage absolut ruhig und die Eigentümer sind unglaublich herzlich.
In Olbia selbst waren wir für die erste Nacht im Hotel de Plam, einem einfachen, aber sehr zentral gelegenen Hotel.
Den Großteil unserer Reise haben wir jedoch in echten Geheimtipps verbracht, die oft gar nicht so leicht zu finden sind. Ich hatte lediglich die ersten vier Nächte auf Sardinien gebucht – alles andere habe ich vor Ort gemacht.
Mein Fazit zur Sardinien Rundreise: Es lohnt sich!
Die 2,5 Monate und rund 4.000 Kilometer waren ein absolut traumhafter Roadtrip auf Sardinien. Ich kann immer noch nicht glauben, was wir alles erlebt haben. Wir haben uns einfach treiben lassen und dabei viele tolle Highlights entdeckt.
Sardinien ist unglaublich vielseitig und braucht Zeit – nicht nur, um die teils kurvenreichen Strecken zurückzulegen, sondern um in Landschaften, Orte und Stimmungen wirklich einzutauchen.
Das Besondere an unserer Reise: Ich habe vorab keinen Reiseführer gelesen, mich nicht informiert und bin recht planlos angereist. Ich wusste lediglich, dass ich gegen den Uhrzeigersinn fahren wollte. Wir haben die Insel bewusst auf eigene Faust entdeckt, uns von Tipps der Locals leiten lassen oder sind einfach dort abgebogen, wo es spannend aussah. Erst durch dieses „ungeplante“ Reisen wurde für mich spürbar, was das wirkliche Sardinien ausmacht. Ich liebe Slow Travel, weil man dann einfach viel mehr entdeckt, als wenn man überall umher hetzt, nur um die besten Spots abzuhaken.
Die Nebensaison von September bis November war dafür ideal: Angenehme Temperaturen, leere Strände und dennoch geöffnete Unterkünfte und Cafés haben das Reisen vollkommen entspannt gemacht. Viele Orte wirkten in dieser Zeit ursprünglicher und die Begegnungen intensiver als im Trubel des Sommers.
Tipps für deine Sardinien Rundreise Planung
Sardinien ist keine Insel, die man nur „abarbeitet“ – sie möchte entdeckt werden. Mein wichtigster Tipp: Plane weniger Etappen und bleib länger an einem Ort. Lass dir Raum für spontane Entscheidungen, einen zweiten Espresso auf der Piazza oder die Wanderung, von der du erst vor Ort erfahren hast.
Gerade für Slow Traveller, Alleinreisende oder einen längeren Aufenthalt mit Hund ist Sardinien in der Nebensaison ein wunderbares Ziel, um Ruhe und Inspiration zu finden.


Hast du selbst schon einmal einen Roadtrip durch Sardinien gemacht oder planst gerade deine eigene Reise? Ich freue mich riesig über deinen Kommentar unter diesem Beitrag!
Hinweis: Zu einigen Regionen, Wanderungen und meinen persönlichen Highlights folgen demnächst detaillierte Artikel mit weiteren Tipps.
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1 Kommentar
Liebe Simone, vielen Dank für diesen Artikel. Ich hab deine Reise bereits auf Insta verfolgt. Es sah wirklich traumhaft aus. Hast du vielleicht noch einen besonderen Unterkunftstipp für die Region Dorgali und/oder Baunei? Wir sind im Oktober auf Sardinien. Die erste Unterkunft in der Nähe von Olibia ist bereits fix. Danke im Voraus. Gruß Lena