Reiseplanung, Seychellen
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Reiseapotheke Seychellen – das habe ich immer dabei

Reiseapotheke Seychellen: Das muss drin sein

Was gehört in die Reiseapotheke für die Seychellen?

Es gibt eine gute Nachricht: Auch auf den Seychellen gibt es Apotheken, viele sogar mit (fast) europäischem Standard. Viele Medikamente sind erhältlich, zwar nicht unter dem gleichen Namen, aber mit einer ähnlichen Zusammensetzung. Trotzdem sind die Apotheken lange nicht so umfangreich ausgestattet wie in Deutschland. Auch sollte man beachten, dass die Qualitätsanforderungen im Ausland oft nicht so hoch sind, was sich negativ auf die Wirksamkeit der Medikamente auswirken kann.

Eine Auswahl an Medikamenten sollte daher ein fester Bestandteil der Reiseapotheke sein. Meine habe ich mittlerweile soweit reduziert und/oder erweitert, dass ich alles, was ich dabei habe, tatsächlich schon mal gebraucht habe. Zwar kann man viele Dinge nicht vorhersehen, aber die üblichen Krankheiten und Verletzungen sind damit abgedeckt.

Auf La Digue hat 2016 die erste Apotheke eröffnet. Vorher gab es Medikamente im kleinen Krankenhaus oder einem privaten Arzt, der einmal wöchentlich auf die Insel kommt. Die Apotheke ist sehr modern und gut ausgestattet. Ein Arzt für eine kurze Beratung ist ebenfalls meistens anwesend, der einen im Zweifel jedoch ins Krankenhaus verweist.

Wichtige Hinweise zur Seychellen Reiseapotheke

  1. Vor der Reise einen Arzt aufsuchen und beraten lassen:
    So oder so sollte jeder sich vor eine Reise von seinem Arzt beraten lassen und empfohlene Medikamente einpacken. Bei jedem Reiseziel gibt es Unterschiede. Die Seychellen Reiseapotheke ist  nicht für jedes Land geeignet, sondern muss ggfs. erweitert werden.
  2. Die Reiseapotheke ist auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen:
    Abhängig von der eigenen Vorgeschichte oder chronischen Krankheiten, muss man die Reiseapotheke an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
  3. Apotheken gibt es auf allen drei Hauptinseln:  
    Die Apotheken sind auf den Hauptinseln sind sehr modern und gut modern ausgestattet, aber trotzdem nicht mit europäischen Standard zu vergleichen.
  4. Auf den Seychellen treten Fälle von Dengue Fieber auf:
    Diese Krankheit wird durch tagaktive Mücken übertragen. Die Krankheit geht mit Fieber, Gliederschmerzen und Hautausschlag einher. Entsprechende Maßnahmen sollten zum Schutz getroffen werden.
  5. Es gibt kein Malaria:
    Auf den Seychellen gibt es keine Fälle von Malaria. Entsprechende Maßnahmen sind hier vor einer Reise nicht zu treffen.
  6. Die extreme Hitze kann die Wirkstoffe vieler Medikamente beeinträchtigen:
    Medikamente sollten daher während der Reise an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  7. Vorsicht vor Gefahren im Meer (Seeigel und Steinfische)
    Immer wieder erlebe ich Fälle, in denen sich Urlauber im Meer verletzen. Aus diesem Grund möchte ich hier separat darauf hinweisen: In den Gewässern rund um die Inseln leben Seeigel und Steinfische, auch in Ufernähe. Im Meer sollten daher immer Wasserschuhe getragen werden. Steinfische kann man – im Gegensatz zu Seeigeln – kaum erkennen, was sie unvorhersehbar macht. Wer auf eines der beiden Tiere tritt, wird die nächsten Tage, wenn nicht sogar Wochen keinen Spaß im Urlaub haben. (Beispiele für Wasserschuhe)

Seekrank auf den Seychellen

Je nach Reisezeit empfehle ich Urlaubern, die schnell seekrank werden, ein entsprechendes Mittel einzupacken. Das Meer bzw. die Fähre ist zwischen den Hauptinseln in der Zeit des Südostmonsuns (Mai bis Oktober) sehr unruhig und viele werden seekrank. Die Fähre schaukelt  stark und lässt auch seefesten Menschen mulmig in der Magengegend werden. Die Mitarbeiter stehen gleich vor Abfahrt bereit und verteilen Papiertüten, besonders an Kinder.

Als Alternative zur Fähre gibt es zwischen den beiden Hauptinseln Mahé und Praslin den Inlandsflug mit der Propellermaschine von Air Seychelles. Dieser ist in dieser Zeit für viele die bessere Alternative.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung auf den Seychellen entspricht nicht dem deutschen Standard. Sie ist zwar für die meisten Krankheitsbilder und Unfallversorgungen ausreichend, allerdings nicht mit europäischen Möglichkeiten zu vergleichen. Auf den drei Hauptinseln existieren kleine bis größere Krankenhäuser sowie zahlreiche Ärzte. Die beste Versorgung gibt es auf Mahé. Auf La Digue gibt es ein kleines Krankenhaus, das allerdings eher dem Service eines Allgemeinmediziners entspricht. Neben staatlichen gibt es auch private Praxen, darunter auch deutsche Zahnärzte (z.B. auf Eden Island, Mahé)

Die Einheimischen zahlen keine Krankenversicherung. Sie können Krankenhäuser und staatliche Ärzte kostenlos besuchen und erhalten auch verschriebene Medikamente kostenlos. Diese Kosten werden vom Staat übernommen, darunter fällt auch ein notwendiger Helikoptertransport nach Mahé. Wer Geld hat, fliegt nach Dubai, Mauritius oder eben Europa, um entsprechende professionelle Behandlungen zu erhalten. Als Urlauber sind die Kosten für jegliche Behandlung in bar zu zahlen (keine Akzeptanz von Kreditkarten).

Für die Reise auf die Seychellen ist unbedingt eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption abzuschließen, die im Notfall den Rücktransport nach Deutschland übernimmt.


 Reiseapotheke Seychellen – das sollte drin sein 

Die reisemedizinische Beratung ist immer individuell und sollte immer mit dem eigenen Hausarzt besprochen werden. Ich habe die genauen Bezeichnungen der Medikamente, die ich in meiner Reiseapotheke dabei habe, immer dahinter geschrieben. Das sind  nur Beispiele und es gibt noch viele weitere Möglichkeiten. Wenn du  ein ähnliches Produkt nutzt, dann bleib auf jeden Fall dabei oder sprich mit deinem Arzt.

Verbandsmaterial & Co. 

Verletzen kann man sich auf den Seychellen schnell und manchmal passiert das völlig unerwartet. Die Granitfelsen sind beispielsweise sehr scharfkantig und viele schneiden sich. Oder aber man tritt am Strand auf eine scharfkantige Koralle oder Muschel. Ein entsprechendes Erste-Hilfe-Material sollte unbedingt Bestandteil der Reiseapotheke sein.

Salben & Cremes

Medikamente 

  • Individuell notwendige Mediamente (z.B. bei chronischen Krankheiten)
  • Schmerztabletten, z.B. Paracetamol und Ibuprofen
  • Halsschmerztabletten, z.B. Neo-Angin
  • Medikament gegen Blasenentzündung, z.B. Cystinol (Ich habe dieses pflanzliche Medikament immer dabei, da ich sehr anfällig bin und regelmäßig Blasenentzündungen bekomme)  
  • Behandlung von Durchfallerkrankungen, z.B. Lopedium
  • Magen-Darm-Erkrankungen, z.B. Iberogast
  • Reisetabletten bei Übelkeit, z.B. Kaugummis oder Tabletten (Besonders für schnell seekrank werdende Menschen) 
  • Mittel gegen Übelkeit, z.B. Vomex
  • Antibiotikum (nach Rücksprache mit dem Arzt muss dieser ein Rezept ausstellen. Antibiotikum ist auch auf den Seychellen erhältlich)
  • Nasenspray, z.B. hier
  • Schleimlöser, z.B. ACC akut
  • Antiallergikum, z.B. Cetrizin bei Allergien

Sonnenschutz & Hitze

Die Seychellen liegen unmittelbar am Äquator und die Sonneneinstrahlung ist dort so stark wie nirgendwo anders. Viele unterschätzen das vor allem, wenn es bewölkt ist. Verbrennen kann man sich sogar bei einer komplett dichten Wolkendecke. Ein entsprechend hoher Lichtschutzfaktor ist unbedingt empfohlen. Generell empfiehlt es sich außerdem die Mittagssonne (12 bis 15 Uhr) zu meiden.

Wer auf die Seychellen reist, wird schwitzen, viel schwitzen – vor allem in den Monaten von Oktober/November bis März/April. Diesen Flüssigkeitsverlust muss man immer ausreichend ausgleichen, am besten mit Wasser und nicht mit süßen Limonaden.

  • Sonnencreme LSF 50, z.B. von Ladival ohne Parfüme & Zusatzstoffe
  • After Sun Lotion, z.B. von Ladival
  • Elektrolyte (einfach in einer 1 l Trinkflasche in Wasser auflösen und bei Bedarf immer mal wieder einen Schluck trinken. Wir nehmen es öfters beim Wandern mit, da es dem Körper bei viel Schwitzen hilft, z.B. GU Brew Hydration Drink Tabs oder Elotrans Beutel.

Sonstiges

  • Erste-Hilfe-Set 
  • Japanisches Heilpflanzenöl (hilft bei mir Wunder bei Kopfschmerzen), z.B. hier
  • Mückenspray, z.B. Anti Brumm oder Autan 
  • Mittel gegen den Juckreiz bei Mückenstichen (ich nutze weißes Tigerbalm)
  • Fieberthermometer, z.B. hier
  • Ohropax (in einigen Gegenden herrscht eine recht laute Geräuschkulisse, z.B. bellende Hunde in der Nacht, Hühner oder auch Musik in der Nachbarschaft)

Verhütung

Das Thema Verhütung geht alle an – nicht nur in Deutschland oder auf den Seychellen, sondern überall auf der Welt. Nicht nur, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Auf den Seychellen gibt es aktuell rund 1.000 infizierte Personen mit HIV (s. Interview CEO, Seychelles National Aid Council) und das bei einer Gesamtbevölkerung von 115.000. Vor allem auf La Digue fällt auf, dass immer wieder die gleichen Beach Boys mit wöchentlich anderen Mädchen zu sehen sind, die hoffentlich verhüten. Kondome sollten immer ein fester Bestandteil des Reisegepäcks sein.

Medikamente im Handgepäck

Ein Teil der wichtigen Medikamente sollte im Handgepäck transportiert werden. So hat man auch eine Auswahl parat, wenn der Koffer verloren geht. Erlaubt sind Arzneimittel in fester Form (Tabletten, Kapseln, Pulver). Diese müssen neben dem Plastikbeutel mit Flüssigkeiten ebenfalls am Security Check vorgelegt werden. Generell empfiehlt es such eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung mit einer Auflistung aller benötigten Medikamente und Gegenstände mitzunehmen (inkl. Unterschrift und Stempel des Arztes).

 Wichtiger Hinweis: Ich bin kein Mediziner und biete aus rechtlicher Sicht keine Gewährleistung für die aufgeführten Tipps und Informationen. Jeder Urlauber sollte sich vor einer Reise individuell von seinem Hauptarzt beraten lassen.  

 

Mehr über die Seychellen lesen

 

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Kategorie: Reiseplanung, Seychellen

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Hi! Ich bin Simone, Onlinerin von Herzen, Weltentdeckerin mit Dauerfernweh – und einem Faible für exotische Reiseziele. Ich liebe das Meer, Inselparadiese & Abenteuer. Wenn ich nicht gerade auf den Seychellen mit einer Kokosnuss am Strand liege, Riesenschildkröten knutsche oder im Meer plansche, dann bin ich woanders auf dieser wundervollen Welt unterwegs. Meine Schwester sagt immer: „Chill‘ doch mal“, aber dafür ist das Leben doch viel zu kurz, oder?

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9 Kommentare

  1. Nina sagt

    Hallo Simone,
    das Thema „Reiseapotheke“ finde ich super und wirklich wichtig.
    Mich interessiert speziell das Thema „Mückenschutz“ , weil ich da leider sehr stark betroffen bin. Bei unserer vorletzten Reise hatte ich 48 Stiche und dieses Jahr sage und schreibe 60 Stiche! – Kein Scherz! Keine Übertreibung! – Hauptsächlich an den Beinen, trotz Anti-Brumm. Die Biester haben mich wirklich zum Fressen gern :( das war eine Qual! Hast Du (Simone) oder einer der Mitleser vielleicht noch einen guten Tipp zum Thema „Mückenschutz“? Da wäre ich wirklich dankbar. Wir waren beide Male im März da. Nächstes Mal haben wir Juni angepeilt. Ist es dann vlt etwas besser mit den Mücken? – Viele Grüße, Nina.

    • Hi Nina,
      danke. Hast du auch mal den local Mückenschutz ausprobiert? Gibt es z.B. im STC zu kaufen und ist auf natürlicher Basis (eine Mischung aus Kokosnusöl und Zitronengras). Ansonsten sagen einige, dass Kokosnussöl hilft, allerdings stechen mich die Mücken sowieso kaum, daher habe ich keinen Vergleich. Wo stechen die dich denn? An der Unterkunft oder eher wenn du unterwegs bist? LG Simone

      • Nina sagt

        Hallo Simone,
        danke für Deine Antwort. Also an der Anse Severe / La Digue bin ich attackiert worden, das habe ich mitbekommen und ansonsten, würde ich sagen, in den Abendstunden (rund um die Pension / Michel und Restaurants). Das lokale Mückenspray habe ich noch nicht ausprobiert. Weißt Du denn (vom Hörensagen), ob die Mücken im Juni etwas „zurückhaltender“ sind? Oder ist es ganzjährig?
        Danke, Nina.

        • Hi Nina,
          also wir haben hier bei unserem Zuhause auch sehr viele Mücken. Grundsätzlich ist es mehr in der Regenzeit. Ich werde aber auch ganzjährig jeden Tag gestochen, manchmal mehr oder weniger. Ich habe mich daran gewöhnt und mittlerweile juckt es gar nicbt mehr. Im Juni fand ich es mit den Mücken nicht so schlimm, da es in diesem Jahr recht trocken war. Die letzte Zeit hat es viel geregnet und das merkt man auch in der Anzahl der Mücken. Es sind auch mehr, wenn in der Nähe offene Gewässer sind, zum Beispiel Tümpel, Regentonnen oder so. Trotzdem gibt es auf den Seychellen ganzjährig Mücken, das ist leider so und man kann sich nur versuchen als Urlauber davor zu schützen. LG

  2. Nette Rohrbach sagt

    Hallo Simone,
    Ich lese nun immer wieder das es auf den Inseln nun eine seidenspinnerraupe( oder so ähnlich) geben soll die oft heftige allergische Reaktionen hervorrufen kann. Angeblich kann man sich durch nichts schützen und die giftigen härchen der raupe fliegen pberall rum…kannst du dazu etwas sagen…werden sie inzwischen erfolgreich bekämpft oder ist das nur Panikmache und eigentlich gar nicht so häufig und heftig?
    …mach mir ein bisschen sorgen weil wir eigentlich für nächstes jahr mit unseren kids urlaub auf den 3 hauptinseln geplant haben.
    Danke schon mal für deine Antwort und deine supertolle Webseite
    Nette

    • Hi Nette,

      ja, die Raupe gibt es immer noch. Manche Menschen reagieren recht heftig, manche gar nicht. Ich bekomme beispielsweise kleine Punkte, wie bei einem Mückenstich, sonst nichts. Das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Haare der Raupe können überall herumfliegen und das über 200m. Man sieht die Raupe meistens gar nicht und trotzdem erwischt es einen. Am besten bringst du dir eine Creme mit oder holst dir direkt eine in der Apotheke auf den Seychellen. Wenn der Juckreiz gar nicht auszuhalten ist, kann man auch ins Krankenhaus und sich eine Spritze abholen. So oder so solltest du dann direkt die Klamotten ausziehen, duschen und alles waschen. Hier auf La Digue schwören viele der Einheimischen auf Desinfektionsmittel, das nach dem Duschen auf die entsprechenden Stellen aufgetragen wird.

      Ich würde mir allerdings nicht so viele Gedanken machen, hier lauern ja auch andere Dinge, wie Mücken oder Centipede, und treffen kann es einen auch in anderen Urlaubsregionen.

      LG Simone

  3. Pera Kneissl sagt

    Hallo,
    mich hatte es letztes Jahr voll mit den Raupen-Härchen erwischt! Das war kein Spaß! Aber es stimmt, es kann Dich treffen, muss es aber nicht. Ich bin ins kleine Krankenhaus gegangen und hab ne Spritze und Salbe bekommen, sodaß ich wenigstens meinen Heimflug am nächsten Tag irgendwie überstehen konnte.
    Ich werde künftig immer Fenistil als Creme und Tropfen mitnehmen ;-)
    LG Petra

    • Hi Petra,

      ja, die haben mich im letzten Jahr auch 3-4 Mal erwischt, allerdings reagiere ich darauf kaum – es juckt nur etwas mehr als ein Mückenstich. In den Apotheken hier gibt es aber gute Cremes, die helfen, oder sonst wie du, wenn es ganz schlimm ist, ab ins Krankenhaus für eine Spritze. Auf jeden Fall sollte man danach sofort duschen und alle Klamotten waschen, da sich die Haare der Raupe sonst übertragen können.

      Liebe Grüße,
      Simone

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