Gedanken, Mein Inselleben, Seychellen
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Ein Jahr Seychellen – ein Rückblick

Ein Jahr Seychellen,

Heute ist es fast genau ein Jahr her, als ich in den Flieger von Condor in Richtung Seychellen stieg. Im Gepäck einen großen Koffer mit Sommersachen, Kleider, Flip Flops, Bikinis, Tücher, Sonnenbrillen, Kosmetikartikel, eben all das, was man in einem tropischen Paradies benötigt. Auch mit dabei hatte ich eine extra große Portion Vorfreude, Glück, Neugierde, Mut, Angst, Unwissenheit, Sorgen und auch ein paar Tränen in den Augen – ja meine Gefühle fuhren Achterbahn. In diesem Moment befand ich mich im Transfer, zwischen meinem alten und meinem neuen Leben, irgendwo in 10.000 Höhe. Mit dem Ziel: Ungewiss.

Ich wusste nicht, was mich erwartet.

Wie lebt es sich auf den Seychellen? Ist das so, wie ich mir es vorstelle? Was erwartet mich? Ist mir irgendwann langweilig auf der Insel? Komme ich mit der fremden Kultur klar? Außerdem hatte ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Was mache ich, wenn das auf Dauer nicht funktioniert und mir im schlimmsten Fall das Geld ausgeht? Und zu allem Übel bin ich auch noch ganz auf mich alleine gestellt, Freunde und Familie weit weg in Deutschland, zwar jederzeit erreichbar, aber das ist ja nicht das Gleiche.

Eines war mir vorher schon klar: Wenn ich neue Freunde kennenlerne, so ist das nicht ansatzweise mit meinen Liebsten aus Deutschland zu vergleichen, die ich teilweise über 20 Jahre kenne – auch wenn ich viele liebe Menschen kennengelernt habe, die ich bereits tief in mein Herz geschlossen habe – meine seychellische Familie eingeschlossen. Außerdem fragte ich mich, ob mir das Wetter nicht auf Dauer lästig wird. Wie ist es in einem 365 Tage langen Sommer zu leben? Und was ist, wenn es dann mal irgendwann reicht?

Was ist, wenn mich das Leben auf einer Insel verrückt macht?

All das waren meine Gedanken. Meine Karussell im Kopf. Da war aber auch diese Sehnsucht nach meinen geliebten Seychellen. Eine Sehnsucht, die ungebrochen war. Und da war dieser Antrieb, das einfach alles durchzuziehen. Schließlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt die Chance dazu, alle Möglichkeiten, vor allem auch beruflich. Was hatte ich also zu verlieren? Ich bin jung (fast zumindest), hatte in Deutschland sowieso keine Wohnung mehr und wollte schon seitdem ich Kind bin immer am Meer wohnen. Der Überfluss hat mich schon lange gestört, schon immer habe ich versucht mein Leben minimalistisch zu halten. Geld investierte ich lieber in Reisen oder in mein Sparschwein, als in Klamotten, Dekokram oder sonstiges Zeug, zu dem man schnell verleitet wird. Ich war nie der Typ, der am Wochenende 150 Euro für Parties ausgab und dann den ganzen Sonntag verkatert im Bett lag. Ich wollte mehr vom Leben, wollte raus in die Welt, in die Natur, ans Meer, wollte erleben mit allen Sinnen anstatt Zuhause zu verkümmern.

Jetzt nach einem Jahr Seychellen kann ich ein Resümee ziehen. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, sehr viel gelernt, vor allem über mich, aber auch über die für mich immer noch fremde seychellische Kultur, über Verhaltensweisen, Denkmuster, Werte und auch über Urlauber. So viel habe ich ganz sicher noch nie in einem einzigen Jahr erlebt und gelernt. Ich konnte beobachten, studieren, lernen – und das ohne in der Uni zu sitzen.

Ein Jahr Seychellen // ein Jahr leben, wo andere Urlaub machen

Leben, wo andere Urlaub machen? Wie soll man sich das vorstellen, wenn man immer selber der Urlauber war. Diese Frage konnte ich mir im Vorfeld also gar nicht beantworten. Heute weiß ich, es ist gar nicht so einfach, an einem solchen Ort zu leben. Urlauber kommen und gehen, nur ich bin immer hier, ich bin die Konstante. Und das ist auch nach einem Jahr immer noch ein komisches Gefühl. Auf La Digue, der kleinsten Hauptinsel der Seychellen, ist das auch noch mal eine Nummer extremer als auf Mahé. Auf La Digue spielt sich alles auf nur 10km² ab, mischen sich Urlauber und Einheimische wie sonst nirgendwo auf den Seychellen. Menschen verbringen hier die schönste Zeit des Jahres, manchmal sogar des Lebens. Überall blicke ich in strahlende Gesichter, zwei bis drei Wochen lang, dann ist fast jeder wieder verschwunden, zurück zuhause im Alltag, zurück in Deutschland.

Täglich sehe ich Urlauber auf den Straßen, im Supermarkt, am Strand, auf der Fähre oder im Take Away. Meistens sind es Deutsche, schließlich – und ich weiß nicht, ob das jedem bewusst ist – sind die Deutschen die Hauptreisenden auf die Seychellen, meist Paare, Honeymooner und Familien. Und so fühle ich mich manchmal tatsächlich wie in Deutschland, ich kann zumindest oft die Sprache sprechen, auch wenn ich bereits jetzt schon manchmal Probleme bei der Wortfindung habe.

Viele sprechen mich an und sagen einfach so «Danke» zu mir, rufen meinen Namen auf der Straße oder beobachten mich aus der Ferne und tuscheln. Diesen Bekanntheitsgrad habe ich so nicht erwartet. Darauf bin ich natürlich stolz, denn mir zeigt es, da draußen gibt es Menschen, die meinen Blog lesen und für die meine Berichte hilfreich sind. Fremde Menschen bringen mir plötzlich Dinge aus der Heimat mit: Schokolade, Käse, Gummibärchen oder eben Nüsse, einfach so oder weil sie das auf dem Blog gelesen haben. Es gab Zeiten in diesem Jahr, da hatten wir einen Monat lang Vorrat an Nüssen zuhause – alle aufgegessen natürlich. Aber auch das ist mein Leben, denn die Urlauber sind meine Leser und sie machen den Blog erst zu dem, was er ist.

Trotzdem kann sich das ein Urlauber nur schwer vorstellen, ich möchte sogar behaupten, dass man sich das gar nicht vorstellen kann, wenn man nicht an so einem Ort lebt. Die täglichen Gespräche sind meistens oberflächlich. Fragen, wie „Und du lebst also auf den Seychellen, wie hast du das denn geschafft?“ oder „Wie verdienst du dein Geld?“ oder „Was machst du den ganzen Tag?“ werden mir nahezu täglich gestellt. Viele beneiden diesen Schritt, andere wiederum können ihn sich aber auch gar nicht vorstellen.

Was aber wirklich hinter einer Auswanderung steckt, sehen nur die wenigsten.

Alle Ängste und Risiken trage ich selber. Ich habe keinen Arbeitgeber, der mir monatlich den gleichen Betrag auf mein Konto überweist. Dafür habe ich aber auch alle Freiheiten, kann einfach mal zwei Wochen nach Deutschland fahren und von dort aus arbeiten, für ein paar Tage Freunde auf Mahé besuchen oder auf andere Inseln reisen, wie letztens nach Félicité, Silhouette oder Bird Island. Ich habe aber auch eine im Vergleich zu Deutschland schlechte Gesundheitsversorgung, die tägliche Herausforderung einer fremden Kultur – was alles andere als leicht ist – lebe weit weg von Deutschland mit all den Gewohnheiten, egal ob positiv oder negativ. Auch bin ich hier immer die Ausländerin und werde es immer bleiben, auch wenn die Seychellois einen sehr gut aufnehmen. Meine Familie, meine Freunde und ja, auch irgendwie ein letztes Stück Sicherheit, all das ist 7.500 km und 9 Flugstunden entfernt.

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Wenn Freunde zu Besuch sind, dann ist das für mich auch immer wie Urlaub – hier mit meiner besten Freundin

Ein Jahr Seychellen // “Glück ist immer da, wo man nicht ist.“

Das hat schon Eckart von Hirschhausen erkannt. So sagt er, das Gehirn gaukelt uns genau das vor, nämlich dass das Glück immer an einem anderen Ort ist, eben da, wo man nicht ist. Der Treibstoff in unserem Gehirn sei die Neugier, ihr Schatten die Unzufriedenheit. So laute die Diagnose eines modernen Großstadtmenschen „Reif für die Insel“, aber Inselbewohner seien auch gelegentlich „Reif fürs Festland“. Auch mache die Dosis das Gift. Dreimal im Jahr sei etwas anderes als lebenslänglich. Und tatsächlich ist da plötzlich ein Verlangen nach Städten in mir, das ich so nie hatte. Vorher wollte ich dahin, wo nichts ist. Jetzt ist es umgekehrt, zumindest wenn ich nach ein paar Monaten die Nase voll habe und mich auf 2 bis 3 Wochen Deutschland freue. Dann freue ich mich auf den Verkehr in Städten, Städtetrips, gefüllte Supermarktregale, stundenlanges Autofahren, Kino, deutsches Fernsehen, online shoppen oder überhaupt shoppen und vieles mehr. Das beobachten auch meine anderen deutschen Freunde hier, die teilweise mehrere Jahre auf den Seychellen leben. Als Auswanderer muss man hier einfach gelegentlich mal ausbrechen.

Auch sagt Hirschhausen und damit trifft er es auf den Punkt: Genauso wenig wie ein Waldarbeiter in den Wald gehen könne, um sich zu erholen, hilft es einem Inselbewohner, dass andere dort Urlaub machen. Das gilt übrigens nicht nur für Auswanderer, sondern auch für die Einheimischen. Ja, ihnen ist bewusst, dass sie an einem der schönsten Plätze dieser Erde leben, aber das genauso sehen, eben aus der Brille eines Urlaubers, das ist einfach nicht möglich. Wie auch, wenn man das sein Leben lang so kennt? Viele sind gar gelangweilt und landen im schlimmsten Fall im Drogen- oder Alkoholsumpf. Denn auch das ist hier die Realität. Eine Reise woandershin können sich viele oft auch nicht leisten.

Ein Jahr Seychellen // Es kann schwer sein, einfach zu sein.

Auf den Seychellen muss man nichts, man muss nur einfach sein. Man muss sich zufrieden geben mit den einfachen, schönen Dingen des Lebens. Für mich fällt darunter das Meer, die Natur, Sonnenuntergänge, lesen, nachdenken, schreiben, wandern, klettern, schnorcheln, mit meinem Beach Cruiser über die Insel düsen, Zeit mit meinem Freund verbringen, mit den Kindern der Nachbarfamilien spielen, Inselhopping, Freunde auf Mahé besuchen oder Dinge zu machen, die wir hier noch nie vorher gemacht haben, vor allem solche, die sonst keiner macht. Das alles sind einfache Dinge, die es hier sozusagen kostenlos gibt, wenn man auf den Seychellen lebt. Damit muss ich mich zufrieden geben. Und auch so hart sich das jetzt für manch einen Urlauber anhören mag, der hier vermutlich die schönste Zeit des Jahres (vielleicht auch des Lebens) verbringt, so kann ich sagen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, einfach zu sein. Dann möchte man plötzlich wieder mehr, mehr als die einfachen Dinge des Lebens.

Ein Jahr Seychellen

Sonntags auf La Digue: BBQ und Schwimmen mit den Kids

Ein Jahr Seychellen // Kulturunterschiede

Als ich immer zum Urlaub hier war, ist mir das nie so sehr aufgefallen, aber die Kulturunterschiede sind groß, sehr groß sogar. Ok, das wundert jetzt niemanden, aber ich spüre das tatsächlich täglich. Und damit meine ich ganz besonders die Werte sowie die Orientierung und Einstellungen der Seychellois. Auch musste ich lernen und mir oft sagen: Nur weil du das so in deiner deutschen Kultur gelernt hast, heißt das nicht, dass das richtig ist. In vielen Dingen musste ich umdenken, weil sie eben so nicht richtig waren oder sie hier nicht angemessen sind. Das war am Anfang gar nicht so leicht, jetzt nach einem Jahr klappt das gut.

Was mir immer wieder auffällt ist die die Hilfsbereitschaft der Seychellois. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht einen Einheimischen dabei beobachte, wie er hilflose Passanten anspricht und das ohne Hintergedanken (meistens zumindest). Das passiert auch mir noch. Zum Beispiel letztens, als ich auf Praslin keinen Mietwagen mehr bekam und mich der Firmeninhaber dann einfach persönlich an meinem Ziel abgesetzt hat, weil er mich hat an der Bushaltestelle warten sehen. Dafür wollte er kein Geld, ich habe ihm aber 50 Rupees gegeben, etwa 3,50 Euro.

Auch ist auf den Seychellen Blut dicker als Wasser, viel dicker. Familie geht immer über alles. Und das auch, wenn man denkt, dass die Betroffenen gar kein so gutes Verhältnis haben. Da kommt dann immer nur ein neutrales „Bonzour, komman ou sava? (Guten Tag, wie geht’s?), keine Umarmung von Mama oder Papa, keine Emotionen, aber wenn es drauf ankommt, dann sind plötzlich alle da. Dann halten sie zusammen.

Ein Jahr Seychellen // ein Jahr kreolische Küche

Nein, sie hängt mir nicht zum Hals raus. Ganz im Gegenteil: ich liebe die kreolischen Gerichte. Ich liebe Fisch, Oktopus, Currys, Thunfisch, Linsen, Brotfrucht, Kasawa, Süßkartoffeln, Kürbis, Papaya-, Mango- oder Golden Apple-Chutney, Bananen, Kokosnüsse, Papaya, Bouyon bred, Bilembi, Bigarade, Wassermelonen – und das wären dann auch schon die Zutaten für unserem täglichen Speiseplan. Irgendwie eintönig, würde man jetzt als Außenstehender denken, ist es aber ganz und gar nicht. Denn die Seychellois sind in der Küche sehr kreativ und so kann ich mich nicht daran erinnern, jemals ein Essen in der gleichen Zubereitung gegessen zu haben.

Es ist also ganz und gar nicht eintönig. Trotzdem wünsche ich mir ab und zu mal andere Zutaten, die es hier dann aber nicht gibt. Das gestaltet sich  auf La Digue besonders schwierig, da es hier wirklich nur das Notwendige zum (Über)Leben gibt. Da muss man sich mit dem zufrieden geben, was im einzigen offiziellen Supermarkt oder in den paar kleinen Inder-Shops im Angebot ist – und das ist nicht besonders vielfältig.

Ein Jahr Seychellen // ein Jahr Sommer

Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Was ist, wenn da plötzlich nur noch eine Saison gibt? Ein Jahr Sommer… da muss man mal kurz ein paar Sekunden drüber nachdenken. Keine Jahreszeiten. Ich sehe keine Blätter fallen, also schon ein paar, aber das ist nicht das Gleiche, sehe keine Schneeflocken vom Himmel fallen. Ich brauche keine dünne Jacke, keine dicke Jacke, auch keine Übergangsjacke. Auch kann ich mich hier im Winter nicht auf den Frühling und im Frühling nicht auf den Herbst freuen. Es gibt schließlich ein ganzes Jahr lang Sommer und Sonne satt.

Nach einem Jahr weiß ich aber auch: Es gibt sie hier doch, die Jahreszeiten, auch wenn die etwas anders ausfallen als wir das aus Deutschland kennen. Ich mag übrigens die Zeit von Juni bis Oktober besonders, dann ist es nicht so heiß, leichter bis mittelstarker Wind weht, man schwitzt nicht so viel. Das Wetter ist zwar nicht perfekt für Fotos, aber Fotos habe ich sowieso genug. Der Himmel ist oft wolkenverhangen, Regen ist meistens jedoch nur von kurzer Dauer.

Kokosnüsse wachsen übrigens das ganze Jahr, aber bei vielen anderen Früchten gibt es Saisons, wie beim Golden Apple oder auch der Mango. Auch im Wald bemerkt man die verschiedenen Jahreszeiten. In der Zeit des Südostmonsuns gedeiht alles ganz besonders und da wachsen dann plötzlich innerhalb weniger Wochen komplette Wege zu.

Ein Jahr Sommer heißt auf den Seychellen auch ein Jahr schwitzen. Zwei bis drei Mal am Tag kurz kalt abduschen ist ganz normal und gegen das Schwitzen kann man sich nicht währen, das muss man akzeptieren. Mittlerweile denke ich nicht mehr darüber nach, ich habe es akzeptiert, auch wenn mir das am Anfang schwer viel.

Und was mir auch aufgefallen ist: Ich mag plötzlich Regen. In Deutschland fand ich Regen immer blöd, dann musste ich zuhause bleiben, habe z.B. Serien geschaut oder Artikel geschrieben. Hier sieht das anders aus. Wenn es regnet, dann ist das irgendwie total schön. Dann ist es nicht so heiß, man kann auch mal zuhause bleiben ohne zu schwitzen (wir haben nämlich keine Klimaanlage) und wenn der Regen auf das Wellblechdach prasselt, dann ist das wie Meditation, nur viel besser.

Ein Jahr Seychellen // und ich liebe sie immer noch

Jeden Tag wird mir bewusst, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich lebe auf einer wunderschönen Insel mitten im Indischen Ozean. Ich kann meine Träume leben und es gibt immer einen Weg. Und wenn sich eine Tür nicht öffnet, dann war es eben nicht meine Tür, dann versuche ich eine andere.

Eine gute Freundin mit sehr viel mehr Lebenserfahrung sagte mir mal: „Akzeptieren und loslassen“ und das passt auf jede Situation. Wenn mich etwas ärgert, dann akzeptiere ich es, und lasse es los, also ärgere ich mich nicht mehr darüber. Das Leben ist doch auch viel zu kurz, um sich zu ärgern. Das kann dann auch schon mal sein, wenn die Supermarktregale hier auf La Digue wieder mal leer sind und es wochenlang keine Schokolade,  Käse oder sonstige Dinge gibt, die ich in diesem Moment gerne möchte. Oder ich mich über die täglichen 5-10 Mückenstiche am Körper ärgere. Oder darüber, dass die Handwerker mal wieder Wochen benötigen, bis sie überhaupt kommen. Ändern kann man viele Dinge eben nicht, aber die eigene Denkweise, die kann man ändern.

Und falls das dann immer noch nicht reicht, gehe ich ans Meer in meine Hängematte, schaue auf den Horizont, lausche den Wellen und sage mir, wie klein meine Probleme doch eigentlich sind, wenn ich mir diesen gigantischen Ozean vor mir anschaue.

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Kategorie: Gedanken, Mein Inselleben, Seychellen

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Hi! Ich bin Simone, Onlinerin von Herzen, Weltentdeckerin mit Dauerfernweh – und einem Faible für exotische Reiseziele. Ich liebe das Meer, Inselparadiese & Abenteuer. Wenn ich nicht gerade auf den Seychellen mit einer Kokosnuss am Strand liege, Riesenschildkröten knutsche oder im Meer plansche, dann bin ich woanders auf dieser wundervollen Welt unterwegs. Meine Schwester sagt immer: „Chill' doch mal“, aber dafür ist das Leben doch viel zu kurz, oder? Mehr über mich

4 Kommentare

  1. Meine liebe Simone!
    Nach fast 20 Jahren auf den Seychellen, die ich (wohlgemerkt!) nicht an einem Stück verbracht habe, danke ich Dir für diese einfühlsame Schilderung. Vieles kommt mir extrem bekannt vor. Dass Du Deinen Beitrag „Ein Jahr Seychellen“ genannt hast, trifft sich gut – ich empfinde es als Hommage an mein Buch, denn Deine Schilderungen sind im Prinzip wie ein Spiegel zu meinem Buch „Ein ganzes Jahr Seychellen“ (ISBN 978-3-932853-17-3). Es tut gut, Deine Sicht der Dinge als Abgleich zu meinen eigenen Empfindungen zu erhalten und mich in 100 Prozent bestätigt zu fühlen. Mit einem Augenzwinkern habe ich mein Zitat wiederentdeckt: „Akzeptieren und loslassen“ – ja, das habe ich nicht nur mir selbst oft gesagt, sondern erinnere mich genau an die traumhaften Momente, als wir beide draußen auf der Terrasse hoch über der Anse Louis (Mahé) saßen und über den Sinn und Unsinn eines Lebens auf den Seychellen nachdachten.- Wir beide haben das Glück, ein ganz besonderes Leben führen zu dürfen. Und eines haben wir beide auf unterschiedlichste Weise immer wieder erlebt: „Das Paradies ist eine Insel. Die Hölle auch“ (Dieses Zitat stammt nicht von mir, sondern von Judith Schalansky als Auftakt zu ihrem Buch ‚Atlas der Abgelegenen Inseln‘). – Dir, liebe Simone, wünsche ich mindestens noch genauso viele Jahre auf den Inseln, wie ich sie schon hatte und ein baldiges Wiedersehen mit mir, natürlich nicht zwingend auf unseren Inseln sondern auch auf dem sog. Festland – Deine Heike

    • Meine liebe Heike,
      danke für deinen Kommentar. Das freut mich sehr. Dein Buch steht immer noch in meinem Regal, aber es ist als nächstes dran. Momentan lese ich noch dein Geschenk, das Buch, das dich an mich erinnert hat. Du weißt, welches ich meine. Meine Erfahrungen können deinen noch lange nicht das Wasser reichen. Was ist schon ein Jahr im Vergleich zu 20 Jahren? Trotzdem habe ich auch vieles jetzt schon gemerkt. Wir sehen uns ganz bald, denn so langsam bin ich auch reif für das sogenannte Festland (früher war ich reif für die Insel) und ich freue mich so sehr. Danke für deine lieben Worte, dafür dass es Dich gibt und dass ich eine „Insel-Mama“ habe, die immer da ist, wenn ich sie brauche. Bis bald! Liebste Grüße auch an Wolfgang und eine dicke Umarmung dazu.

  2. Reinhard sagt

    Liebe Simone
    Mit großer Aufmerksamkeit habe ich Dein Resümee über 1 Jahr La Digue gelesen. Vieler
    Deiner Erlebnisse/Erkenntnisse kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe Dir vor einiger Zeit ja schon einmal zum Thema: „Leben auf einer Insel“ etwas geschrieben. Nun, ich habe es ja auf Sardinien 33 Jahre (!) „ausgehalten“. Auch bei mir waren es Höhen und Tiefen, jedoch würde ich wieder so einen Schritt machen und dort leben, wo andere Urlaub machen. Auch ich wurde ständig mit denselben Fragen seitens der Touristen konfrontiert, auch die Einheimischen stellten sich natürlich Fragen. Aber meine Integration verlief eigentlich sehr rasch und das ich „Ausländer“ war, wurde eigentlich vergessen. Natürlich ist es immer eine Gradwanderung sich zu integrieren und aber gleichzeitig sich selbst treu zu bleiben. Mir wurde z.B. in meinen Dorf einmal der Posten
    des Gemeinderates für Kultur angeboten, was aber an meiner Staatsbürgerschaft scheiterte, da ich nie die italienische annahm, anders als mein Sohn. Was mich vor einigen Jahren dazu bewog, wieder in die mitteleuropäische Zivilisation zurückzukehren,
    lag im Privaten, aber auch das Gefühl auf der Stelle zu treten. Aber auch die Möglichkeit, spontan irgendwo hin zufahren/fliegen. Auf einer Insel muss eben alles gut geplant sein und es spielt natürlich auch der Kostenfaktor eine große Rolle. Aber das kennst Du ja.
    Ende November komme ich mit meiner Lebensgefährtin (sie kennt La Digue schon seit über 20 Jahre) wieder nach La Digue und ich würde mich auf einen Gedankenaustausch sozusagen vor Ort, freuen. Wir könnten auch benötigtes mitbringen :-)
    Au revoir, Arrivederci, Servus
    Reinhard

  3. Super schöner Beitrag Simone.
    Leider war ich noch nicht auf den Seychellen aber durch deinen Beitrag habe ich noch mehr Lust darauf bekommen dort hinzu fahren. Ich werde es nach meinem zweiten Jahr in Australien auf jeden Fall machen. Danke! Mach weiter so :)

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